Politische Ziele und Strategien der Bundesregierung


Mit drei Prozent Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen kann die Reduktion von Verbrauch und Schadstoff-Emissionen in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle bei der Senkung der Schadstoffbelastung einnehmen. Dennoch ist es für einen hochtechnisierten Industriestandort wie Deutschland wichtig, Vorreiter bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu sein. Nicht zuletzt bedeutet das zusätzliche Erfolgschancen der deutschen Wirtschaft auf den internationalen Märkten.


Die meisten europäischen Länder haben bereits einzelstaatliche Maßnahmen zur Förderung von Energieeffizienz und der Substitution von fossilen durch erneuerbare Energieträger ergriffen.

Integriertes Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierung

Im Rahmen des Nationalen Energiegipfels wurden Konzepte für mehr Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Energieeffizienz und Kostenstabilität erarbeitet. Auf dieser Basis und in Umsetzung der Doppelstrategie der EU zur Steigerung der Energie-effizienz und der Substitution fossiler durch erneuerbare Energieträger entstand das „Integrierte Energie- und Klimaprogramm“ der Bundesregierung. Seine Ziele bis 2020 lauten:

  • 20 Prozent Energieeinsparung
  • 20 Prozent erneuerbare Energien
  • 40 Prozent CO2-Minderung bezogen auf 1990


Dafür wurden zahlreiche Gesetze überarbeitet und neu entwickelt, zum Beispiel das Erneuerbare-Energie-Gesetz, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das KWK-Gesetz und die Energieeinsparverordnung. Das übergeordnete Energiekonzept der Bundesregierung vom September 2010 adressiert ausdrücklich den Gebäudebereich mit seinem großen Potenzial zur Energieeinsparung.

Potenzial der erneuerbaren Energien reicht nicht aus, den Energiebedarf vollständig zu decken

Zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele können die erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag leisten. Sie können es aber nicht allein richten. Im aktuellen Energiemix haben die fossilen Energieträger einen Anteil von fast 80 Prozent. Die erneuerbaren Energien erreichen bislang einen vergleichsweise kleinen Anteil von 10,4 Prozent, wobei Biomasse zwei Drittel davon ausmacht. Alle anderen erneuerbaren Energieträger erreichen kaum einstellige Prozentwerte bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch. 

Effizienz ist die wichtigste Ressource 

Das theoretische Potenzial der erneuerbaren Energien entspricht etwa 60 Prozent des heutigen Endenergiebedarfs. Auch langfristig ist daher eine vollständige Energiewende nur möglich, wenn zuvor die Energieeffizienz um 40 Prozent gesteigert wird (Abb. 7). Öl und Gas werden also in absehbarer Zeit ihre große Bedeutung als Energieträger behalten. Die Steigerung der Effizienz bei Öl und Gas bietet das größte Potenzial für das zeitnahe Erreichen einer wirtschaftlichen und klimafreundlichen Energieversorgung. Voraussetzung dafür ist die energetische Sanierung des Gebäudebestands mit hocheffizienter Brennwerttechnik, mit Biomassekesseln und kleinen KWK-Systemen sowie die Einkopplung von Solarthermie.



Substitutionspotenzial durch erneuerbare Energien, auf Basis des Energieverbrauches 2006 in DeutschlandVerfügbares Potenzial der erneuerbaren Energien nach Energiearten
Substitutionspotenzial durch erneuerbare Energien, auf Basis des Energieverbrauches 2006 in DeutschlandAbbildung 7Verfügbares Potenzial der erneuerbaren Energien nach EnergieartenAbbildung 8


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