Der Wärmemarkt – ein schlafender Riese
Der Wärmemarkt hat mit rund 40 Prozent den größten Anteil am Energieverbrauch (Abb.10) und damit auch an den CO2-Emissionen. Die Sektoren „Transport“ und „Verkehr“ sowie „Strom“ folgen mit deutlich geringeren Anteilen. Zentraler Hebel zur schnellen Senkung des Energieverbrauchs ist die Steigerung der Effizienz. Zusätzliches Potenzial bietet die verstärkte Nutzung der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung zur parallelen Strom- und Wärmeerzeugung (Abb. 9 und 11).
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Modernisierung im Gebäudebestand vorantreiben
Der Wärmemarkt bietet günstige Voraussetzungen für die konsequente Umsetzung der politischen Doppelstrategie, denn die in Deutschland verwendeten Heizungsanlagen sind zum großen Teil überaltert. Maximal 20 Prozent der Heizungsanlagen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Um die energie- und klimapolitischen Herausforderungen bis 2020 noch zu bewältigen, müsste die bisherige Sanierungsrate von weniger als 600 000 Anlagen pro Jahr verdoppelt werden.
30 Prozent Energieeinsparung möglich
Der Austausch veralteter Anlagen gegen moderne Brennwert-Wärmeerzeuger, Wärmepumpen, Biomassekessel, ergänzt um thermische Solaranlagen und um Maßnahmen der Wärmedämmung, würde im Wärmesektor mehr als 30 Prozent fossile Energie und CO2 einsparen. Das wären 12 Prozent des deutschen Energieverbrauchs bzw. die halbe Wegstrecke zum politischen Ziel.
Effizienzsteigerung ist der größte Hebel
Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung müssen so gestaltet werden, dass sie kosteneffizient umzusetzen sind. Da das Potenzial der erneuerbaren Energien nicht ausreichen wird, um den Endenergiebedarf zu decken, ist die Energieeinsparung durch Effizienzsteigerung zwingend. Das gilt auch für die erneuerbaren Energien. Der Einsatz vorhandener Effizienztechnologien ist der größte Hebel – noch vor der Substitution. Beide Ansätze können bereits heute mit marktverfügbarer Technik realisiert werden.
Ausgewogene Förderpolitik erforderlich
Die Energieeffizienz und der Beitrag zur CO2-Minderung sollten die Kriterien zur Bewertung von Technologien sein. Die Politik muss bei ihren Fördermaßnahmen einen technologieoffenen und energieträgerneutralen Ansatz verfolgen. Eine wichtige Rolle bei der Sanierung des Gebäudebestands spielt die Kombination von Brennwerttechnik und Solarthermie. Sie zeichnet sich nicht nur durch ein besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Vermeidung aus, sondern hat auch den mit Abstand größten Anteil an allen Modernisierungsfällen.
Eine unstete Förderpolitik – etwa die vorübergehend über das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesumweltministeriums verhängte Haushaltssperre – führt dagegen zu breiter Verunsicherung im Markt. Sie nimmt den Investoren jegliche Planungssicherheit und gefährdet letztlich das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele.








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